Wohnbausysteme

Doppelwand

Die Doppelwand ist ein Stahlbeton - Halbfertigteil, das auf der Baustelle mit Beton vergossen wird. Das Wandelement besteht aus zwei, werkseits durch Gitterträger verbundenen Wandschalen aus Stahlbeton. Die Elemente enthalten die erforderliche statische Haupt- und Querbewehrung. Ebenso werden alle Elementumrisse, Aussparungen und Einbauteile individuell bei der Fertigung berücksichtigt.

Die Elementgeometrie ist somit frei definierbar. Im Endzustand, nach dem Verguss, entspricht die Doppelwand einer massiven Wandkonstruktion.

Abmessungen / Elementgeometrie

Abmessungen / Elementgeometrie

Die beiden Wandschalen sind in der Regel ca. 5 cm und 5,5 cm dick (möglich bis 7 cm).

Der Kernbeton muß mindestens 7 cm betragen.

Die Doppelwand ist in folgenden Gesamtwanddicken D (außen - außen) lieferbar:

  • übliche Ausführung: D = 18, 20, 25, 30 [cm]
  • auf Anfrage: D = < 18 und > 30 [cm]

Unterschiedliche Dicken der Außen- und Innenschalen sind entsprechend den Erfordernissen standardmäßig einsetzbar; z.B. innen 5 cm und außen 6 cm.

Die automatisierte Fertigung ermöglicht eine auf den Kundenwunsch maßgeschneiderte Wandgeometrie. D. h. sowohl rechteckige als auch komplexe Wandgeometrien werden objektbezogen vom Werk hergestellt. Damit sind z.B. Schrägen für massive Dachkonstruktionen in Doppelwand oder als Giebelwand heutiger Standard. Dies trifft sowohl auf die Außenkonturen als auch auf die Öffnungen und Aussparungen zu. Folgende Einzelabmessungen der Wandelemente sind ausführbar:

  • Wandhöhen (inkl. Rostschalung) bis 3,0 m: max. Wandbreite = ca.7,5 m
  • Wandhöhen über 3,0 m: max. Wandbreite =3,0 m (Transportgründe!)
  • Wandhöhen über 5,5 m: auf Anfrage

Die Rostschalung wird werkseits berücksichtigt und die Außenschale um die Deckenstärke hochgezogen. Die innere Wandschale dient als Randauflager für die Elementdecke. (keine Randunterstellung!) In den Wandecken werden ebenfalls die Außenschalen vorgezogen. Dadurch entsteht eine echte Eckausbildung ohne zusätzlichen bauseitigen Schalungsaufwand.

Material (Wandschalen)

Material (Wandschalen)

  • * übliche Ausführung: Stahlbeton
  • * auf Anfrage: Leichtbeton

Die Betongüte der Schalen beträgt mindestens C25/30 XC2 oder LC16/18. Der Kernbeton muß mindestens C20/25 XC2, 9K 16, F45 entsprechen. Maßgeblich sind die statischen Erfordernisse. Das Montagegewicht der an die Baustelle gelieferten Halbfertigteile hängt von der jeweiligen Schalendicke ab.

Anwendungsbereiche / Einsatzgebiete

Anwendungsbereiche / Einsatzgebiete

Das System hat sich seit Jahrzehnten bestens bewährt, sodaß es sich heute in allen Bereichen des Bauens wiederfindet. Aufgrund des hohen Qualitätsniveaus und der erweiterten technischen Möglichkeiten zählen heute der mehrgeschoßige Wohnungsbau und der Gewerbebau wie der Einfamilien- und Reihenhausbau zu den hauptsächlichen Einsatzgebieten.

Typische Einsatzgebiete der Doppelwand sind:

  • Mehrgeschoßige Bauvorhaben (Wohnungsbau, Wohnhausbau, Reihenhausbau)
  • Lückenverbauung
  • Hotelbau
  • Industriebau
  • Tiefgaragen
  • Versorgungstunnel
  • Schutzraumbau
  • wandartige Träger
  • Silos
  • Tiefbaubauwerke
  • Sonderbauprojekte

Die Doppelwand übernimmt je nach Trag- und Nutzungsfunktion weitere Aufgaben, z.B. für:

  • Aussteifende Wände
  • Treppenhauswände
  • Schottenwände und Wohnungstrennwände
  • AufzugswändeBrandwände
  • Feuermauern
  • Wandartige Träger und Abfangwände

Viele der bereits errichteten Gebäude wurden nahezu unabhängig von der Witterung ausgeführt. So wurden viele kalendermäßige Winterbaustellen als nahezu normale Baustellen abgewickelt. Die Disposition der Arbeiten wurde bei schlechterer Witterung auf die Montage verlegt, um beim Betonieren die vorschriftsmäßigen Bedingungen einzuhalten.

Vorteilhaft ist die Lückenbebauung mit Doppelwänden, da die aufwendige Technik mit einhäuptiger Schalung entfällt. Die Beweissicherungsverfahren vereinfachen sich in vielen Fällen.

Die Doppelwand kann an bestehende Gebäude gestellt werden und ersetzt so die sonst übliche problematische einseitige Schalung. Da beim Einbringen des Ortbetons kein Frischbetondruck auf das Nachbargebäude wirkt, werden die diesbezüglichen Risiken von vornherein vermieden.

Das Bauen im Grundwasser erfordert eine wasserundurchlässige Ausführung des Bauwerks. Mit üblichen Dichtungsmaßnahmen in der Arbeitsfuge zwischen der Bodenplatte und den Doppelwandelementen sowie im Bereich der vertikalen Stoßfuge zwischen den Wandelementen lassen sich Bauwerke genauso sicher herstellen wie in konventioneller Bauweise.

Die Entwicklung der Produktionstechnologie für Doppelwand basiert auf den Erfahrungen mit der automatisierten Herstellung der Elementdecken.

Anlagenstrukturen

Anlagenstrukturen

Die grundsätzlichen Anlagenstrukturen wie

  • automatisierter Palettenumlauf
  • modernste Steuerungstechnik
  • ganzheitlicher Computereinsatz

Produktmerkmale

Produktmerkmale

sind - wie auch bei der Elementdecke - eine Basis für die Produktmerkmale:

  • hohe Präzision und Qualität der Bauteile
  • vielfältige Formen und Ausbautiefe

Automationsmechanismen

Automationsmechanismen

Wesentliche Automationsmechanismen betreffen die folgenden Arbeitsvorgänge:

  • Transport und Reinigung der Paletten und Schalungen
  • Zeichnen der Bauteilkonturlinien im Maßstab 1:1
  • Einzeichnen der Einbauteilposition
  • Absetzen von Schalungen und Abstellern aus Stahl, Holz, Kunststoff
  • Herstellen von Sonderschalungsteilen
  • Schneiden, Biegen und Schweißen der Bewehrung
  • Absetzen von Einbauteilen und der Bewehrung
  • Einbringen und Verdichten des Betons

Die Technik

Die Technik

Voraussetzung für die automatisierte Fertigung ist der ganzheitliche Computereinsatz, wobei das Syspro-spezifische CAD-System das zentrale Element bildet. Ausgehend von den konstruktiven Details und dem ausführungsgerechten CAD-Montageplan werden die Daten für Arbeitsvorbereitung, Produktionsplanung, Robotersteuerung, Lagerplatzverwaltung und Rechnungsstellung bereitgestellt. Es entsteht das Grundgerüst der sog. CIM-Technologie. CIM steht dabei für computer-integrierte Manufaktur, d.h. für den lückenlosen und fehlerausschließenden Produktionsprozeß.

Für jedes Bauteil sind die Daten für Abmessungen, Zubehör, Bewehrung, Gewichte, Preise und Zeiten bis hin zu den Terminvorgaben im Computer hinterlegt. In jedem Arbeitsschritt und an jedem Arbeitsplatz sind sie jederzeit, sofort und richtig abrufbar. Der Informationsfluß ist optimiert und sorgt für eine reibungslose Zusammenarbeit im Unternehmen und natürlich auch mit dem Kunden.

CIM-Technologie

CIM-Technologie

Wesentlicher Vorteil der CIM-Technologie ist die Optimierung des Produktionsablaufes:

  • Nach Eingabe in das CAD-System erfolgt eine automatische Überprüfung aller Maße in Grundriß und Ansicht
  • Durch die Datenübertragung per EDV treten keine Schnittstellenprobleme zwischen technischem Büro und Produktion auf
  • Die an Roboter weitergegebenen Daten garantieren, daß die Schalungen, Einbauteile und Bewehrungslagen auch maßgenau an die richtige Stelle kommen
  • Automatisch wird der Beton mit der errechneten Solldicke aufgebracht. Die vorgegebenen Elementgewichte werden genau eingehalten
  • Die Betonverdichtung erfolgt mit automatisch abgestimmter Energie
  • Die Aushärtung der Bauteile wird unter optimalen und kontrollierten Klima- und Arbeitsbedingungen geregelt.
  • Aufgrund der Dispositionssoftware werden die Termine für Planung, Produktion und Montage sicher aufeinander abgestimmt, sodaß eine Lieferung "just in time" und in baustellengerechten Verlegefolgen stattfinden kann
  • Änderungswünsche des Kunden können sofort und sicher umgesetzt werden, da die Dispositionssoftware den aktuellen Produktionsstand sowie den Status der technischen Bearbeitung aber auch den Lagerbestand verwaltet. Ein Knopfdruck und der Kunde erhält klare Auskunft über die Änderungsmöglichkeiten und die damit verbundenen technischen, terminlichen und preislichen Konsequenzen. Sofortige Zufriedenheit für beide Seiten.

Bilder

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Referenzen

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